Der islamistische Krieg und der Bankrott des Westens

Vorträge & Diskussion mit Thunder in Paradise (Frankfurt a.M.)
18. Oktober 2016, 18 Uhr, Café KoZ

»Heute sind es die Muslime mit ihren Moscheen und morgen sind es Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intermenschen.« – So begründete das Organisationsteam des Frankfurter CSDs Ende Mai, weshalb die diesjährige Pride Parade als Polit-Demo gegen gleichermaßen homo- und islamophobe Rechtspopulisten stattfinden sollte (1). Keine zwei Wochen später erwies sich die ersehnte Opfergemeinschaft mit Muslimen als prospektive Identifikation mit dem Angreifer: in der »hottest gay bar in Orlando« wurden 49 Menschen hingerichtet und weitere 53 verletzt. Der Attentäter war kein Rechtspopulist, sondern bekannte sich noch in der Mordnacht zum Islamischen Staat. Davon unbeirrt demonstrierte die Frankfurter LGBT-Community anschließend unter dem Motto »Liebe gegen rechts«. Gäbe es nicht Trump, die AfD und den Front National, man müsste sie erfinden – um konsensfähige Feindbilder zu haben, die billiger zu bekämpfen sind als militante Islamisten, die ihre Siege nicht an den Wahlurnen, sondern mit Blutbädern erstreiten.

Pariser Cafés, ein liberaler Nachtclub in Orlando, die Uferpromenade in Nizza oder ein Musikfestival in Ansbach – immer häufiger trifft es Orte, die Vergnügen wenigstens versprechen. Wer noch nicht vollends abgestumpft ist, müsste diese Angriffe persönlich nehmen und einsehen, dass sich der Westen in einem Krieg befindet – den er nicht begonnen hat und dennoch gewinnen muss. Wenn stattdessen von psychisch kranken Einzeltätern die Rede ist, wird der Islam als politische Ideologie exkulpiert. Den Freunden des Islam-Appeasements ist keine Behauptung zu blöd, wenn sie nur dem Zweck dient, die politisch-religiösen Absichten des jeweiligen Täters zum Verschwinden zu bringen.

Mit der Gleichgültigkeit gegenüber den Tatmotiven korrespondiert das Desinteresse am gewaltsam verdorbenen Leben derjenigen, die unter dem Diktat des konservativ-orthodoxen Alltagsislams stehen. Seine unmittelbaren Opfer sind Frauen, Homosexuelle und alle, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen. Ihnen fallen selbsternannte Antirassisten in den Rücken, wenn sie das Recht von ethnischen Minderheiten auf kulturelle Homogenität verteidigen. Was man unter Zivilisationsmüden am Islam schätzt, sind nicht nur die als exotisch empfundenen Bräuche, sondern auch sein Angebot, die Trost- und Hoffnungslosigkeit des sinnfreien Abrackerns gegen simple Unterwerfung einzutauschen und die sexuelle und ökonomische Konkurrenz stillzustellen. Seine militanten Anhänger gehen gegen alles das auf die Barrikaden, was man auch hierzulande verabscheut: die USA, die Juden und die Zumutungen der Moderne.

Wo islamistische Rackets antreten, um den Alltag zu regeln, und die Familie als Zwangsverband absolute Autorität behauptet, wird dem Einzelnen abverlangt, dem schönen Leben zu entsagen. Je rigoroser der individuelle Verzicht im Namen Allahs, desto aufmerksamer und neidvoller wird die Lust anderer registriert. Der frustrierende Vergleich mit Anderen, die weniger dressiert sind, führt zur Kriegserklärung gegen die Freiheit und alle, die für sie stehen. Die Obsessionen der Islamisten offenbaren sich zum Beispiel in Vorstößen türkischer Politiker, die öffentliches Händchenhalten, Küssen oder sogar lautes Lachen unterbinden wollen. Solche Bekriegung von Lust und Genuss soll ein strafwilliges Kollektiv zusammenschweißen, das Befriedigung in Verfolgung und Zerstörung erfährt. Die türkischen Massen, die zu Erdogans Entzücken putschende Soldaten lynchten, geben davon eindrücklich Zeugnis. Sich diesem Wahn zu widersetzen heißt zuvorderst: ihn durchschauen.

  1. https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Panorama-2/Lieb-Geil-Christopher-Street-Day-ist-wieder-politischer-27156.html

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Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe Feindanalysen. Zur islamistischen Gewalt.