Buchvorstellung mit dem Herausgeber Lukas Sarvari (Frankfurt a.M.)
30. Oktober 2026, 18:30 Uhr, Saalbau Bornheim, Arnsburger Str. 32
Mit Wert und Wahn. Beiträge zur Marxschen Ökonomiekritik erschien im November vergangenen Jahres Thomas Mauls letzte zu Lebzeiten projektierte und im Manuskript abgeschlossene Monografie im XS-Verlag. Das Buch sollte ursprünglich bereits im Mai 2025 erscheinen. Thomas Maul starb im Januar 2025 unerwartet, bevor er der Edition seine endgültige Gestalt geben konnte.
Mit dem umfangreichen Buch liegen Thomas Mauls Beiträge zur Marxschen Ökonomiekritik nun erstmals in einem Band vor, ergänzt um den bisher unveröffentlichten Text Versöhnung ohne Messias, mit dem die 2014 begonnene Trilogie ihren Abschluss findet. Ihr übergreifender Gegenstand ist ein kritisches Verständnis der bürgerlichen Zivilisation in ihrem Verhältnis sowohl zur Regression in die Barbarei von Antisemitismus und Nationalsozialismus als auch zur ›positiven‹ Aufhebung im Kommunismus.
Ausgehend von Adornos bisher nicht hinreichend gewürdigter Entdeckung der Widersprüchlichkeit der Ware Arbeitskraft, unternimmt Thomas Mauls wertkritische Intervention den Versuch, deren Implikationen zu entfalten und konsistent zu Ende zu denken. Dabei gelingt es dem Autor, mit den Mythen und Dogmen sowohl der Traditionsmarxisten als auch der selbsternannten Traditionsüberwinder aufzuräumen, die inzwischen jede egalitäre, unschuldige und kritische Lektüre der Marxschen Originaltexte verstellen.
Thomas Maul verstand das Buch als den Abschluss einer doppelten Trilogie: Der neue dritte Teil von Wert und Wahn komplettiert die ab 2014 mit Wert und Wahn 1 und Wert und Wahn 2 begonnene Textreihe. Zusammen mit Das Kapital vollenden von 2019 sind diese vergriffenen Titel in überarbeiteter und durchgesehener Form in die Neuausgabe integriert. Die Gesamtausgabe von Wert und Wahn sah Thomas Maul außerdem als den Abschluss einer übergeordneten Buchtrilogie an, zu der auch Darum negative Dialektik (2014/2024) und Drei Studien zu Paulus (2014) gehören. Das nun posthum erscheinende Werk ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die formelle, reelle und seelische Subsumtion des Menschen unter das Kapital.
Lukas Sarvari ist Herausgeber von Wert und Wahn und Redakteur der Zeitschrift casa|blanca. Texte zur falschen Zeit. Als freier Autor hat er u.a. in der Bahamas, Jungle World und den Hallischen Jahrbüchern veröffentlicht.
